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Über mich

Oft werde ich gefragt, woher mein Name stammt. Eleni Klotsikas?

Meine Antwort fällt immer sehr kurz aus: Griechenland. Meist verläuft das Gespräch dann so, dass mein Gegenüber ein erleuchtetes „AHHH“ von sich gibt. Es ist manchmal schon komisch, wie der Name den Anfang eines Gesprächs beeinflussen kann. Als Halbgriechin, in Berlin geboren und zweisprachig aufgewachsen fühle ich mich jedenfalls in zwei Kulturen zu Hause.

Mein Weg zum Journalismus …
führte  durch ein Praktikum beim ZDF-Landesstudio Berlin. Die Abwechselung, Kreativität und das Eintauchen in immer wieder neue Geschichten gefielen mir. Ausschlaggebend für meinen Berufswunsch Journalistin zu werden war, glaube ich, das Streben nach Unabhängigkeit. Um mehr über das journalistische Handwerk zu erfahren, wechselte ich von meinem Studium der Betriebswirtschaftslehre zu Publizistik und Kommunikationswissenschaft an der Freien Universität Berlin und machte 2003 darin meinen Abschluss.

Während meiner Studienzeit arbeitete ich zunächst für einen brandenburgischen Lokalsender. Als gebürtige Westberlinerin war das mein erster wirklich tiefer Exkurs in den Osten Deutschland. Zwar musste ich meinen Namen dort noch häufiger buchstabieren, als ich es bereits gewohnt war, ich machte aber auch meine ersten journalistischen Schritte. Nach ca. anderthalb Jahren ging es weiter zu n-tv. Als freie Autorin für die Kultur- und Lifestyle-Sendungen “Lebensart” und “Schön und Vital” befasste ich mich nunmehr mit den schönen Dingen des Lebens.

Zum Hörfunk gelangte ich erst nach meinem Studium. Es war 2004 im Vorfeld der Olympischen Spiele als ich das erste Mal bei radioeins (rbb) live vor dem Mikrofon stand und über den Launch einer neuen Zeitung aus dem Olympischen Dorf berichtete. Schnell ergaben sich weitere Auftritte bei öffentlich-rechtlichen Hörfunksendern: Bis heute arbeite ich regelmäßig für den Deutschlandfunk, für Deutschlandradio Kultur, SWR cont.ra, SR2 Kulturradio, WDR 5 und für das radioeins-Medienmagazin des rbb. Ich recherchiere hauptsächlich aktuelle Trends und Entwicklungen der Medienbranche und produziere Beiträge, inzwischen auch längere Feature und Reportagen.

Massenmedien als Spiegel und gleichzeitig “Rück-Spiegel ” der Gesellschaft – dafür entwickelte ich schon während meines Studiums eine Leidenschaft. Ob Politik, Wirtschaft oder Kultur – als Medienjournalistin dringe ich in unterschiedliche Bereiche ein, auch international. Das empfinde ich einerseits als Privileg und gleichzeitig als Herausforderung, denn es erfordert die ständige Aneignung immer wieder neuen Wissens aus diesen Bereichen. Ein weiterer Aspekt, der mich an Medien – schon allein bei diesem Begriff fängt es an kompliziert zu werden – fasziniert, ist die Tatsache, dass sie so etwas wie die “Herzschrittmacher” eines neuen Zeitgeistes sind. Die gesellschaftlichen Veränderungen, die durch das Internet und durch den Siegeszug des iPhones in den letzten Jahren in Gang gesetzt wurden, kennen kein Pendant und erst recht kein Pardon, nach dem Motto: “Sorry, wir sind nur eine Modeerscheinung und deshalb gleich wieder verschwunden.” Wer also einen neuen Zeitgeist beschreiben will, sollte sich meiner Ansicht nach intensiver  mit Medien beschäftigen. Daher betrachte ich den Medienjournalismus nicht als abseits gelegene “Nische”, sondern als Sprungbrett für die verschiedensten Bereiche.

Journalistin zu sein, verstehe ich nicht allein als Job. Auch auf meinen Reisen habe ich mein Aufnahmegerät und Mikrofon immer im Gepäck, um die Welt auf meine Art zu “erkunden” und in Unbekanntes einzutauchen. Dabei interessieren mich auch gesellschaftliche Ereignisse, die am Rande moderner, Technik getriebener Entwicklungen liegen. Das kann eine Zeremonie zu Ehren einer afro-brasilianischen Gottheit im Nordosten Brasiliens genauso gut sein, wie der Showdown eines amerikanischen Baseball-Matches an der Ostküste der USA. In der vergleichenden Betrachtung haben für mich beide etwas “Religiöses”.

Die EU-Osterweiterung 2007 brachte mir eine weitere Chance: Ich stieg als freie Autorin bei Deutsche Welle-TV ein und arbeitete für das europäische Kulturmagazin “Euromaxx”.  Mein Themengebiet waren Kultur- und Lifestylethemen aus dem Balkan. So reiste ich für die Produktion verschiedener Beiträge nicht nur nach Griechenland, sondern auch nach Rumänien und Bulgarien. In meinem Gedächtnis “hängen” geblieben ist dabei der große Kontrast zwischen einer aufstrebenden, elitären neuen Konsumgesellschaft, die nach immer neuer materieller und geistiger Ablenkung sucht und einer Realität da “draußen”, die sich in unbeheizten Bahnhofshallen im Winter und monotonen Plattenbausiedlungen manifestiert. Bemerkenswert fand ich jedoch den Versuch einer kleineren gesellschaftlichen Gruppe, die mit den Mitteln der Kunst genau diesen Kontrast thematisiert und auch künstlerische Wege findet, ihre autoritäre Vergangenheit zu verarbeiten.

„Die Reale Reise durchs Web 2.0“….
Meine bisher interessanteste journalistische Erfahrung war ein multimediales Projekt, das ich zusammen mit meinem Kollegen Jörg Wagner vom radioeins Medienmagazin im Jahr 2007 realisiert habe. Wir sind in 60 Tagen um die Welt gereist: von Indien, nach Südafrika, China, Australien, Brasilien und in die Vereinigten Staaten, um Blogger zu portraitieren. Inspiriert von der Idee eines “globalen Dorfes” machten wir uns auf die Suche nach der digitalen Bohème in den Ländern mit den meisten Internetanschlüssen ihres Kontinents. Wir trafen auf die unterschiedlichsten Menschen: Entertainer, Journalistin, Dissidenten, Werber und Aussteiger. Trotz großer auch kultureller Unterschieden hatten diese Menschen alle etwas gemeinsam: Sie verstanden das Internet und ihr persönliches Blog als Tor zur eigenen Freiheit und verschafften sich damit vorbei an Massenmedien und autoritären Staatsregimen global Gehör. Mehr zu dem Projekt unter “Reale Reise ins Web 2.0″ (siehe oben rechts im Menü).

Weitere Projekte …
Im Jahr 2006 und 2007 habe ich an der Organisation von Journalistenreisen nach Israel mitgewirkt. Viele Journalisten kennen Israel allein aus dem Spiegelbild und Filter der Medien, die über den Nahostkonflikt berichten. Ziel von „Knowing Israel“ war es, innerhalb einer Woche so viel wie möglich über das Land, seine Geschichte, seine Kultur und Gesellschaft kennen zu lernen. Also: Wie tickt Israel inside?

Im Rahmen dieses Projektes habe ich drei internationale Reisegruppen mit jeweils 10 jungen Journalisten aus verschiedenen Ländern Europas betreut. In 10 Tagen haben wir Israel von Nord bis Süd, Ost und West bereist und tauschten uns mit israelischen Journalisten aus, trafen auf Kibbutz-Bewohner, Studenten, Geistliche, Manager und Politiker. Ich selbst kam zu dem Schluss, dass ich kaum ein anderes Land kenne, das so viele Widersprüche und Lebensphilosophien auf so engem Raum in sich vereint und genau daraus seine eigene “Normalität” entwickelt. Und noch eine traurige Erkenntnis habe ich gewonnen: mehr als zuvor glaube ich, dass es keine “einfache” Lösung für den Israel-Palästinenserkonflikt geben kann.

Sprachen:
Ich bin zweisprachig mit Deutsch als Muttersprache und Griechisch als zweiter Sprache aufgewachsen. Ich spreche neben Englisch auch Französisch und habe angefangen, Portugiesisch zu lernen. Sich in verschiedenen Sprachen auszudrücken, heißt für mich auch immer eine andere Kultur zu “leben”. Martin Heidegger hat es mal so ausgedrückt:  “Die Sprache ist das Haus des Seins.”

Eine detaillierte  und kürzere Version  meines Lebenslaufes können Sie sich hier als PDF-Datei herunterladen.

 

Freie Journalistin

Eleni Klotsikas