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Texte aus November 2009

“Anforderungen an das Freiheits- und Einheitsdenkmal – Möglichkeiten der künstlerischen Realisierung”

Nov 02

10. November 2009, 19 bis 21 Uhr Galerie am Gendarmenmarkt

Der Wettbewerb um das Freiheits- und Einheitsdenkmal, das der Friedlichen Revolution von 1989 und der deutschen Wiedervereinigung 1990 gedenken soll, geht in die zweite Runde. Erneut stellt sich die Frage, welche inhaltlichen und künstlerischen Anforderungen an das Denkmal gestellt werden können, welche Möglichkeiten der Realisierung bestehen? Was kann dieses Denkmal inhaltlich überhaupt zum Ausdruck bringen?

Auf dem Podium diskuiterte ich mit:

Prof. Dr. Helmut Börsch-Supan, Kunsthistoriker, Berlin
Günter Nooke, Beauftragter der Bundesregierung für Menschenrechte
Prof. Waldemar Otto, Bildhauer, Bremen
Dr. Andreas H. Apelt, Bevollmächtigter des Vorstands der Deutschen Gesellschaft e. V.

Die reale Reise ins Web 2.0

Nov 01

Meine bisher interessanteste journalistische Erfahrung war ein multimediales Projekt, das ich zusammen mit meinem Kollegen Jörg Wagner vom radioeins Medienmagazin im Jahr 2007 realisiert habe. Wir nannten es die “reale Reise ins Web 2.0″ und verknüpften damit unseren Traum, eine Weltreise zu machen, mit unserem journalistischen Interesse, das damals neu aufkommende Web 2.0 in verschiedenen Ländern zu erforschen. Entstanden sind aus diesem Projekt zwei Filme, die auf dem ZDFinfokanal und auf DW-TV (Deutsche Welle) gezeigt wurden. Letzteren habe ich, zerlegt in fünf Einzelteile, auf diese Seite hochgeladen.

Wie es zu dieser Idee kam….
Im Dezember 2006 hatte das US-amerikanische Time-Magazine eine ungewöhnliche Wahl zur Persönlichkeit des Jahres getroffen. Mit YOU, bildlich dargestellt durch eine sich spiegelnde Folie auf der Titelseite des Magazins, wurden alle Protagonisten des Web 2.0 gekürt.

“Ja, Du. Du kontrollierst das Informationszeitalter. Willkommen in Deiner Welt”, hieß es in der Unterzeile.

Zur gleichen Zeit war auch das wenige Monate zuvor gegründete Portal YouTube in aller Munde. Fasziniert verbrachten wir Stunden damit, uns Videobotschaften fremder Menschen anzuschauen und zu beobachten, wie andere darauf im Netz reagierten und welche neuen Formen der Massenkommunikation dies in Gang setzte. Auch Phänomene wie Schwarmintelligenz und das Open-Source-Prinzip rückten immer mehr in den Mittelpunkt des weltweiten Interesses. Als Medienjournalisten wurde uns eines immer mehr klar: Zwanzig Jahre nach der Erfindung des Internets war das WorldWideWeb nicht mehr nur der millionenfache technische Zusammenschluss von Computern, sondern auch der Einstieg in eine globale Parallelwelt, die wir uns näher anschauen wollten.

“Die reale Reise ins Web 2.0″ (Teil 1) – Südafrika from Eleni Klotsikas on Vimeo.

Entstanden ist diese Parallelwelt durch die massenhafte Verbreitung von nutzerfreundlichen audiovisuellen Technologien, wie schnelles Internet, hochauflösende kleine Kameras und leicht zu bedienende Schnittsoftware. Sie machten eine demokratische Mitwirkung am Web 2.0 erst ermöglich und brachten  die klassische Gatekeeper-Funktion einiger weniger für die Vermittlung von Wissen, Informationen und Unterhaltung zu Fall. Somit ist das Internet zum Sammelbecken für Engagement und Wissen vieler einzelner Individuen weltweit geworden. Oder anders ausgedrückt: der passive Medienkonsument, auch als “Couchpotatoe” bekannt, ist zum mündigen Sender und Empfänger in der Mediengesellschaft aufgestiegen. Er kommuniziert vorbei an den klassischen Medien in Blogs, auf Videoportalen oder Social-Networkseiten global mit anderen Menschen, tauscht Meinungen aus, teilt seine Gedanken oder übt sich als Entertainer. Fast wie über Nacht verlagerte sich auch für uns Medienjournalisten das Interesse auf diese neuen “Medienstars”.

In 60 Tagen um die Welt (2) – Indien from Eleni Klotsikas on Vimeo.

Inspiriert von der Idee eines “globalen Dorfes” machten wir uns zunächst auf die Suche nach der digitalen Bohème in den Ländern mit den meisten Internetanschlüssen ihres Kontinents. Zunächst begaben wir uns nur virtuell auf die Reise und suchten auf Youtube, Myspace, Facebook und in Blogportalen verschiedener Länder nach Menschen, die uns interessierten. Wir trafen auf Entertainer, Journalisten, Dissidenten, Werbekaufleute, kommerzielle Blogger, Spaßblogger, Musiker und Aussteiger. Die Kontaktaufnahme mit ihnen war in den meisten Fällen erfolgreich. So beschlossen wir, aus dieser virtuellen Reise eine reale Reise zu machen und diese Menschen persönlich kennenzulernen. Wir waren neugierig auf ihre Motive fürs das Bloggen und wollten mehr über die Rolle des Internets in ihrem Land erfahren.

In 60 Tagen um die Welt (3) – China from Eleni Klotsikas on Vimeo.

Gleichzeitig gefiel uns die Vorstellung als “moderne Erben” Jules Vernes, die Welt in nur 60 Tagen zu umrunden. Unsere Reise führte uns von Indien, nach Südafrika, China, Australien, Brasilien und in die Vereinigten Staaten. Erstaunt stellten wir fest, dass trotz großer kultureller und persönlicher Unterschiede alle Blogger, die wir interviewten, etwas gemeinsam hatten: Sie verstanden das Internet und ihr persönliches (Video-)Blog, als Tor zur Welt, das ihnen ein Stück Freiheit und Unabhängigkeit bietet. Je nach Motiv dient ihr Blog dazu, sich vorbei an autoritären Staatsregimen, klassischen Medien oder Musikkonzernen, global Gehör zu verschaffen.

In 60 Tagen um die Welt (4) – Brasilien from Eleni Klotsikas on Vimeo.

Das Projekt war auch eine neue journalistische Herausforderung für uns, da wir erstmals in der Rolle von Videojournalisten mit Kameras in fremde Lebenswelten eindrangen. Als wir nach 60 Tagen, insgesamt 96 Flugstunden in 27 Flugzeugen mit 84 Drehkassetten im Koffer erschöpft, aber überglücklich wieder in Deutschland ankamen, ging die Arbeit erst richtig los. Aus dem Material produzierten wir zwei Doku-Reportagen, die im Frühjahr 2007 auf DW-TV und ZDF-Info ausgestrahlt wurden. Glücklicherweise hatten wir dabei professionelle Unterstützung. Den ersten Film (für DW-TV) hat mein Bruder Eystathios Klotsikas mitgestaltet und geschnitten. Beim zweiten Film hat uns der Cutter Paul Murray unterstützt.

In 60 Tagen um die Welt (5) – USA from Eleni Klotsikas on Vimeo.

Da das ganze als multimediales Projekt angelegt war, waren wir nicht nur als Videojournalisten unterwegs, sondern berichteten auch regelmäßig für das aktuelle Programm von radioeins. Unsere täglichen Erlebnisse verarbeiteten wir abends wiederum von unseren Hotelzimmern aus oder im Flugzeug in Videoblogs für ein ZDF-Onlinetagebuch. Natürlich gibt es darin auch thematische Überschneidungen mit unseren Filmen, dennoch konnten wir darin viele Eindrücke verarbeiten, die zeitlich und aus Formatgründen keinen Platz in unseren Dokus fanden.

Da die Produktionsbedingungen nicht immer optimal waren, ist auch die Soundqualität auf user-generated-content-Niveau, eben ganz stilecht für ein Videoblog im Netz ;-)

Hier eine kleine Auswahl unserer Videoblogs:

Indien: Besuch bei Peter Griffin in New Mumbai. Peter war Initiator des Tsunami-Help-Blogs, ein Wiki, das alle möglichen Informationen zu Opfern und Hilfsmaßnahmen bei Tsunamis im Netz bündelt. Das Wiki wurde erstmals 2004 zur großen Tsunami-Katastrophe in Thailand ins Lebens gerufen. Peter ist auch privat leidenschaftlicher Blogger und kennt sich mit der Entwicklung des Internets in Indien sehr gut aus.

Von Mumbai aus machen sich auf den Weg ins Dorf Nagpur zu den Bauern im indischen Bundesstaat Maharashtra. Das Projekt e-choupal versorgt indische Landwirte mit einem PC und Internetanschluss, mit dem sie Wetterinformationen und Marktpreise recherchieren können, um sich auf diese Art unabhängiger von Zwischenhändlern zu machen. Finanziert wird e-choupal, auf indisch: das vernetzte Dorf, durch einen indischen Multikonzern, der als Gegenleistung von den Bauern einen Teil ihrer Ware zu einem niedrigen Festpreis bekommt. Bauern und Konzern sagen, es ist für beide Seiten eine Win-Win-Situation. Noch, denn zu diesem Zeitpunkt konnten die Bauern offenbar das Instalillieren von PC und Internet noch nicht selbst in die Hand nehmen, um sich ganz und gar unabhängig zu machen.

Südafrika: Wir besuchen Südafrikas bekanntesten Videoblogger Khaya. Auf YouTube wendet er sich regelmäßig an die weltweite Internetgemeinde. In kurzen Clicks erzählt Khaya aus Johannesburg was ihn gerade beschäftigt. Dabei ist er manchmal albern, geradezu theatralisch oder einfach nur witzig. Doch er redet auch über ernste Themen, zum Beispiel wie er als Kind die Apartheit erlebt hat, wie sich das Leben der Schwarzen in Südafrika gewandelt hat und in welchen Situation man heute noch mit der diskriminierenden Vergangenheit in Berrühung kommt.

Wir machen einen Ausflug nach Soweto, dem größten Township Johannesburgs und seit dem Aufstand 1976 auch Symbol der Apartheidsära. Wir lassen uns treiben und wollen entlang unserers Themas mit Menschen ins Gespräch kommen.

China: In Peking treffen wir den  Schriftsteller Zhou Qing. Mehrere Jahre verbrachte er im Gefängnis, denn er war aktives Mitglied der Studentenbewegung. Wegen seiner regimekritischen Texte und seiner Kritik an der chinesischen Lebensmittelsicherheit wird er immer wieder unter Hausarrest gestellt. Das Internet ist sein einziger Draht in die freie Welt.

Bergmannstraße

Nov 01

test-klein Summer in the City.

Bergmann_File_005_klein

Bergmann_File 008_klein1

Bergmann_File 021_klein Ach, Berlin kann schon ganz schön sein….. im Sommer!

Kreuzberg_Winter_2005_ 002_klein

Der Winter kann eingentlich auch schön sein…..
….aber er ist definitiv zu lang!

Interview mit Chad Hurley

Nov 01

Das Interview mit Chad Hurley, dem Mitgründer von YouTube, führte ich am  Rande der Verleihung des Secret Talent Awards am 06. Dezember 2007 in Berlin. Ich war erstaunt, wie unkomliziert er sich gab. Er wirkte auf mich überhaupt nicht wie jemand, der im Geld schwimmt und ein großes Medienunternehmen zu verantworten hat, sondern eher wie der nette Student von nebenan, fast ein wenig schüchtern.

 

Freie Journalistin

Eleni Klotsikas